Zahnstein bei Hund und Katze – mehr als nur ein Schönheitsproblem
Zahnstein führt bei Hunden und Katzen zu Schmerzen, Zahnverlust und sogar Herzerkrankungen. Wie du Zahnprobleme erkennst und vorbeugst.
Warum Zahnstein gefährlich ist
Zahnstein ist mineralisierter Zahnbelag. Unter dem Zahnstein vermehren sich Bakterien, die das Zahnfleisch entzünden (Gingivitis) und in tiefere Strukturen vordringen:
- Parodontitis: Zerstörung des Zahnhalteapparats → Zahnverlust
- Kieferknochenverlust: Bei Kleinhunden bis zum Kieferdurchbruch möglich
- Systemische Erkrankungen: Bakterien gelangen über den Blutkreislauf in Herz, Nieren, Leber
Wer ist besonders gefährdet?
- Kleine Hunderassen (Malteser, Yorkshire Terrier, Chihuahua): Zähne stehen enger, mehr Plaquebildung
- Alle Katzen: Parodontitis betrifft ~70% der Katzen über 3 Jahre
- Tiere mit Weichfutter: Kein mechanischer Reinigungseffekt
Zeichen von Zahnproblemen
| Zeichen | Bedeutung |
|---|
|---|---|
| Mundgeruch | Bakterienbefall, Zahnfleischentzündung |
|---|---|
| Zögern am Futternapf | Schmerzen beim Beißen |
| Einseitiges Kauen | Schmerzzahn auf einer Seite |
| Braune Ablagerungen | Zahnstein sichtbar |
| Blutung beim Kauen | Entzündetes Zahnfleisch |
| Gewichtsverlust | Fressen schmerzhaft |
Professionelle Zahnreinigung (ZR)
Nur beim Tierarzt unter Vollnarkose möglich – Staubzähne ohne Betäubung reinigen wäre qualvolle Tierquälerei. Kosten: €150–400 je nach Tier, Aufwand und Narkosemittel.
Wie oft? Mindestens 1× jährlich für gefährdete Rassen, 1–2× täglich Zähneputzen als Vorbeugung.
Prävention zuhause
- Zähne täglich bürsten: Hundezahnbürste + Tierpaste (keine menschliche Zahnpasta – Fluorid toxisch!)
- Kauknochen: Natürliche Mechanik
- Zahnpflege-Snacks: Begrenzt wirksam, kein Ersatz für Bürsten
- Fütterungssteine oder Trockennahrung mit Kauwirkung
⚠ TIERARZT bei:
- •Zahnfleischbluten
- •Starkem Mundgeruch
- •Loser Zahn
- •Schwellung im Kieferbereich